Glaubensaussagen

„Grundlegende Glaubensaussagen“ der Gemeinschaft Christi

 

Vorwort

Die gute Nachricht von Jesus Christus steht im Mittelpunkt des Glaubens der Gemeinschaft Christi. Wir sind eine weltweite Gemeinschaft und verpflichten uns, Jesus zu folgen, das Reich Gottes aufzubauen und gemeinsam die offenbarende, erneuernde Gegenwart des Heiligen Geistes zu suchen. Wir bieten hier unsere grundlegenden Glaubensaussagen an, nicht als das letzte Wort, sondern als Einladung an alle, die sich auf das Abenteuer der Nachfolge einlassen. Während wir Gottes weitere Führung suchen, ermutigen wir alle Menschen, die heiligen Schriften zu studieren und über ihre Erfahrungen nachzudenken, während sie sich im Leben der Kirche engagieren.

 

Gott

Wir glauben an den einen lebendigen Gott, dem Zeugnis Israels entsprechend, in Jesus Christus offenbart und in der ganzen Schöpfung als Heiliger Geist anwesend. Wir bekräftigen die Dreieinigkeit: Gott, eine Gemeinschaft von drei Personen. Alle Dinge, die existieren, verdanken Gott ihr Sein: ein unergründliches Mysterium und eine Liebe jenseits aller Vorstellungskraft. Dieser Gott allein verdient unsere Anbetung. 

 

Jesus Christus

Wir glauben an Jesus Christus, den Sohn des lebendigen Gottes, das fleischgewordene Wort, den Retter der Welt, vollständig Mensch und vollständig Gott. Durch Jesu Leben und Wirken, Tod und Auferstehung, vereint Gott die Welt und reißt trennende Mauern ein. Christus ist unser Friede.

Siehe die Christologie-Aussage „Wir verkünden Jesus Christus“ auf Seite 17.

 

Der Heilige Geist

Wir glauben an den Heiligen Geist, Spender des Lebens, heilige Weisheit, wahrer Gott. Der Heilige Geist wirkt in der Schöpfung und bewahrt sie. Er befreit die Welt von Sünde, Ungerechtigkeit und Tod und stärkt die Nachfolger. Wo immer wir Liebe, Freude, Friede, Geduld, Freundlichkeit, Güte, Treue, Sanftmut oder Selbstbeherrschung vorfinden, da wirkt der Heilige Geist.

 

Die Schöpfung

Als Ausdruck der göttlichen Liebe schuf Gott den Himmel und die Erde und alles, was darin ist und nannte es „gut“. Alles gehört Gott und sollte geschätzt und nach göttlichem Zweck gerecht verwendet werden. Gott sieht die Schöpfung als Ganzes ohne Trennung von Geist und Element. Gott beruft Menschen jeder Generation, damit sie zusammen mit Gott die Schöpfung in liebevoller Pflege verwalten. 

  

Menschheit

Jeder Mensch ist nach dem Bild Gottes geschaffen. In Jesus Christus nahm Gott die Grenzen des menschlichen Körpers und der menschlichen Kultur an und offenbarte sich durch sie. Deshalb bestätigen wir ohne Ausnahme den Wert eines jeden Menschen. Des Weiteren bestätigen wir, dass Gott die Menschheit mit der Gabe des freien Willens gesegnet hat: der Fähigkeit zu wählen, wem wir in unseren Lebensumständendienen wollen und wovon wir uns beherrschen lassen. 

 

Sünde

Gott hat uns geschaffen, Instrumente der Liebe und des Guten zu sein. Doch wir missbrauchen unsere Bevollmächtigung individuell und kollektiv. Wir nehmen die Gaben der Schöpfung und wenden sie mit erschütternden Folgen gegen Gottes Absichten an. Die Sünde ist der Zustand der Trennung und Entfremdung von Gott und voneinander. Wir brauchen die göttliche Gnade, denn nur sie allein versöhnt uns mit Gott und mit einander.

 

Erlösung

Das Evangelium ist die gute Nachricht von der Erlösung durch Jesus Christus: Vergebung der Sünden und Heilung von Ausgrenzung, Gebrochenheit und der Macht von Gewalt und Tod. Diese Heilung betrifft Personen, menschliche Gemeinschaften und die gesamte Schöpfung. Dieses neue Leben ist das liebevolle Geschenk der Gnade Gottes, welches wir durch Glauben und Buße erhalten. Mit der Taufe erklären wir zunächst unsere Bereitschaft zu lebenslanger Nachfolge. Indem wir in der Taufe unser Leben Jesus Christus hingeben, treten wir in die christliche Gemeinschaft (den Leib Christi) ein und erhalten die Verheißung der Erlösung. Wir erleben die Erlösung durch Jesus Christus, bestätigen, dass die Gnade Gottes keine Grenzen hat und dass Gottes Liebe größer ist, als wir je verstehen können. 

 

Die Kirche

Gott beabsichtigt, dass der christliche Glaube in Gemeinschaft mit Jesus Christus und anderen Nachfolgern im Dienst an der Welt gelebt wird. Die Kirche Jesu Christi besteht aus all denen, die auf seinen Ruf reagiert haben. Die Gemeinschaft Christi ist ein Teil des ganzen Leibes Christi. Wir sind aufgerufen, ein prophetisches Volk zu sein, das den Frieden von Jesus Christus verkündet und Gemeinschaften gründet, in denen alle willkommen sind und eine neue Beziehung zu Gott erfahren werden und in denen es keine Armen geben wird.

 

Offenbarung

Wir bestätigen, dass der lebendige Gott auf ewig selbst-offenbarend ist. Gott offenbart sich der Welt im Zeugnis Israels und vor allem in Jesus Christus. Durch den Heiligen Geist hören wir Gott auch heute noch. Die Kirche ist aufgerufen, gemeinsam auf den Heiligen Geist zu hören und dann bereitwillig zu reagieren. 

 

Schriften

Die Heiligen Schriften sind vom Geist Gottes inspiriert und werden von der Kirche als richtungsweisender Ausdruck ihrer Identität, Botschaft und Mission akzeptiert. Wir bekräftigendie Bibel als die grundlegende Schrift für die Kirche. Darüber hinaus nutzt die Gemeinschaft Christi das Buch Mormon und das Buch der Lehre und Bündnisse – nicht um das Zeugnis der Bibel zu ersetzen oder verbessern zu wollen, sondern weil sie die Botschaft der Bibel bestätigen, dass Jesus Christus das lebende Wort Gottes ist. Wenn sie verantwortungsbewusst interpretiert und unverfälscht angewendet werden, bieten die Heiligen Schriften göttliche Führung und inspirierte Einsicht für unsere Nachfolge. 

Siehe „Die Heiligen Schriften in der Gemeinschaft Christi“ auf Seite 19.

  

Sakramente

Die Sakramente sind besondere Dienste, die der Kirche gegeben wurden, um die Gnade Jesu Christi seinen Nachfolgern und all denen, die er mit seinem Mitgefühl berühren will, zu vermitteln. Sakramente sind die Taufe, die Konfirmation, das Abendmahl, die Hochzeit, die Kindersegnung, das Auflegen der Hände für die Kranken, die Ordination und der Evangelisten-Segen. In diesen Diensten heiligt Gott herkömmliche Bestandteile der Schöpfung, um das menschliche Leben zu segnen, die Kirche zu erneuern und zu formen und das friedliche Reich Gottes aufzubauen. 

 

Nachfolge

Ein Christ zu sein bedeutet mehr, als sich eine Liste mit richtigen Ideen zu eigen zu machen. Es ist der Gehorsam gegenüber Jesus, der auf radikale Weise in allen Bereichen des Lebens seinen Ausdruck findet. Gottes grenzenlose Liebe macht uns frei für ein Leben in verantwortungsvoller Verwalterschaft, in welchem wir großzügig unser Leben im Dienst für die Herrschaft Gottes anbieten. Nachfolge ist sowohl ein innerer als auch ein äußerer Weg. Jesus fordert uns auf, ihm zu folgen und andere einzuladen, die verwandelnde Kraft seiner Gnade zu erleben. 

 

Dienste

Christliche Dienste sind demütige Handlungen nach dem Vorbild Jesu, der jeden Nachfolger aufruft, gemeinsam am Dienst für die Welt teilzunehmen. Einige Nachfolger sind von Gott berufen und zu Priestertumsämtern ordiniert, um der Mission der Kirche auf besondere Art und Weise zu dienen. Der Heilige Geist gibt den Nachfolgern ergänzende Gaben und Fähigkeiten, um den Körper Christi für das Zeugnis in der Welt auszurüsten.

 

Das Reich Gottes

Das Reich Gottes ist der kommende Triumph der Liebe, Gerechtigkeit, Barmherzigkeit und des Friedens, der eines Tages die gesamte Schöpfung erfüllen wird. Das Leben und Wirken Jesu war lebendiger Ausdruck dieses Versprechens. Er lehrte seine Nachfolger, für das kommende Reich zu beten und sandte sie in die Welt, um lebendige Zeichen dieser neuen Schöpfung zu sein. „Zion“ ist ein Ausdruck von unserem Bekenntnis zu Gottes friedfertigem Königreich. Wir sind aufgefordert, Gemeinschaften in Familien, Gemeinden, Nachbarschaften, Städten und auf der ganzen Welt zu errichten, in denen Christus im Mittelpunkt steht. 

 

Frieden

Friede ist Gottes Shalom: Gerechtigkeit, Rechtschaffenheit, Ganzheit und das Wohlbefinden der gesamten Schöpfung. Jesus, der Friedensfürst, kam, um das Königreich zu predigen und um durch das Kreuz unser Friede zu sein. Der Heilige Geist befähigt uns zum Streben nach Frieden und Gerechtigkeit für alle Menschen.

 

Auferstehung und das ewige Leben

Christus ist auferstanden! Daher glauben wir, dass Gott ein Gott des Lebens und nicht des Todes ist. Durch den Glauben nehmen wir schon jetzt am ewigen Leben teil. In Christus wird die Liebe Gottes schließlich alles überwinden, was die Schöpfung erniedrigt und degradiert, sogar den Tod selbst. Ostern gibt uns auch die Hoffnung, dass im Leiden und im Tod Unschuldiger im Laufe der Geschichte das letzte Wort noch nicht gesprochen ist. Wir glauben, dass der Heilige Geist die ganze Schöpfung verändert, um an der Herrlichkeit Gottes teilzuhaben.

 

Gericht

Der lebendige Gott, dem wir dienen, ist ein Gott der Gerechtigkeit und Barmherzigkeit. Gott interessiert sich dafür, wie wir unsere Nachbarn und Feinde behandeln und wie wir die Gaben der Schöpfung nutzen. Es ist Gott äußerst wichtig, wie wir Arme, Fremde, Kranke, Gefangene und Ausgestoßene willkommen heißen. Wir bestätigen, wie in den Heiligen Schriften ausgedrückt, dass Jesus Christus Fürsprecher und Richter der Lebenden und der Toten ist. 

 

Endzeit

Gemeinsam bewältigen wir die Herausforderung unseres Lebens im Dienst für Gott, weil wir wissen, dass unsere Arbeit nicht umsonst ist. Die Zukunft der Schöpfung gehört dem Friedensfürst, nicht denen, die unterdrücken, dominieren und zerstören. 

In Erwartung dieser Zukunft streben wir nach Christi Frieden. Wir kennen den Tag oder die Stunde des Kommens Christi nicht, sondern wissen nur, dass Gott treu ist. Mit dem Glauben an Gott, Christus und den Heiligen Geist stellen wir uns in hoffnungsvoller Sehnsucht der Zukunft und beten das Gebet, das Jesus uns gelehrt hat: „Dein Reich komme! Dein Wille geschehe, wie im Himmel, so auf Erden.“