Worte des Grußes und der Ermutigung / COVID-19 – Larry McGuire

Liebe Freunde,

ich grüße Euch im Namen und in der Gegenwart Jesu Christi. Es ist so eine ungewöhnliche Zeit auf der Welt; räumliche Distanzierung und Isolation sind zu Begriffen geworden, die jetzt unsere räumliche Beziehung zu einander beschreiben. „Ausgangsbeschränkung“ oder „Bleibt Zuhause“ sind neue Realitäten in Ländern auf der ganzen Welt geworden. Es sind Worte und Handlungen, von denen ich nie gedacht hätte, dass sie außerhalb von Kriegszeiten ausgesprochen oder angewendet werden würden.
Und dennoch sind sie nun Realitäten.

Vor einigen Jahren, als ich noch im US Bundesstaat Iowa lebte, wurde ich vom damaligen Gouverneur eingeladen, an der Entwicklung von Prozesse und Vorgehen für den Staat mitzuwirken und zu ergründen, was im Falle einer Pandemie zu tun sei. Meine Aufgabe war es, die Sicht von Glaubensgemeinschaften in einer Task Force zu repräsentieren, um die Einhaltung moralischer und ethischer Standards in unseren Entscheidungen sicher zu stellen. Niemals hätte ich gedacht, dass unsere Arbeit von vor sieben Jahren heute in die Tat umgesetzt werden würde.

Dies sind in der Tat merkwürdige Zeiten.
Wie ihr wisst, befinden wir uns in der vor-österlichen Fastenzeit – eine Zeit in der christlichen Tradition des Eintritts in die Wildnis des Lebens, während wir dem Leben Jesu bis hinein in die Karwoche folgen.
Ich finde es ironisch, dass wir in dieser Fastenzeit Wildnis und Isolation jenseits unserer Vorstellungskraft erleben. Über die frühchristlichen Jahrhunderte hinweg haben die Wüstenmütter und -väter Zeiten gewählt, in denen sie Spiritualität durch Isolation, Distanz und Trennung praktizierten.
Viele entschieden sich für die Isolation, um ihre volle Aufmerksamkeit auf ihre Beziehung zu Gott zu richten. Ihre Einsichten, ihre Fragen, ihre Kämpfe sind bis heute auf der ganzen Welt ein Leitbild für Jene, die ihnen nachfolgen.
Während ich Zeit im Gebet und Lernen verbracht habe, bin ich mir folgender Erkenntnis in dieser Zeit zutiefst bewusst geworden: Isolation, soziale Distanzierung und Rückzug bieten Menschen eine tiefe Sehnsucht nach Gemeinschaft. Nun, da ich mir die Berichte über die Nachrichten aus der ganzen Welt ansehe, suchen immer mehr Menschen in der Isolation nach Möglichkeiten, um Gemeinschaft zu üben und dennoch isoliert bleiben. Dies ist eine Zeit für Fantasie und Kreativität! Es ist auch wichtig, dass wir auf Gastfreundschaft und Offenheit vertrauen. Während immer mehr „Online“ -Erfahrungen gemacht werden, um Nachfolger miteinander in Kontakt zu bringen, wie können wir eine Einladung auf diejenigen außerhalb unserer Gemeinschaft erweitern, damit diese den Wunsch verspüren, mit uns in Kontakt zu kommen? Auf welche Art und Weise werden unsere Erfahrungen es veranschaulichen können, spirituelle Gemeinschaften in Christus zu verkörpern?
Diese Woche werden Menschen ihre Arbeit verlieren, geliebte Menschen werden ihr Leben verlieren, Kinder werden geboren, bei einigen werden medizinische Behandlungen verzögert, einige Menschen werden Nachrichten der Freude erhalten, und andere welche der Trauer. Es wird Menschen geben, die sich danach sehnen, die Isolation ihres Zuhauses zu verlassen und die Umarmung von Freunden oder geliebten Menschen zu spüren. Menschen, die als System-relevante Arbeitskräfte gelten, arbeiten weiterhin in der Pflege und verrichten Dienstleistungen. Die Bildung von Kindern und Jugendlichen nimmt neue Gestaltungsformen zur Vermittlung von Konzepten und Inhalten an, aber die Herausforderung des Lernens ohne das Vorhandensein angemessener Technologie wird einige ausschließen. Lehrer, die bereits Schwierigkeiten haben, Schüler engagierend zu unterrichten und die sich schwer tun, Mindeststandards einzuhalten, werden nun dazu aufgefordert, noch mehr zu tun, während sie sich auch um ihre eigenen Familien kümmern müssen. Für Manche ist dies eine segensreiche Zeit, in der sich das Leben verlangsamen kann, sie Ruhe finden und Zeit mit ihren Lieben verbringen können, Staub zu wischen, Schränke aufzuräumen oder mal wieder ein Buch zu lesen, während sie Zeit in dieser Isolation verbringen. Es gibt jedoch auch einige, die in ihrer Isolation gefangen sind oder die ungesunden Beziehungen jetzt noch schutzloser ausgeliefert sind. Trauer und Depression sind Realitäten, die eskalieren, wenn sie sich von der Unterstützung und dem Kontakt mit vertrauenswürdigen Fachleuten und Freunden mehr abgeschnitten fühlen. Wie können wir in solchen Situationen noch mehr Heiligtum bieten?
Dies ist eine beeindruckende Liste, wenn wir sie auch mit unserer eigenen Wirklichkeit abgleichen. Und doch empfinde ich dies als Chance für uns, unsere Berufung zu verkörpern und zu leben.
Wir sind alle gemeinsam in derselben Situation und sind miteinander verbunden, auch wenn geografische Distanz uns trennt, damit die Verbreitung des COVID-19 Virus verlangsamt und gestoppt wird. Als Euer Mit-Nachfolger und Siebziger lade ich Euch dazu ein, mit mir zusammen jedes Mitglied unseres Kollegiums und ihre Familien im Gebet zu gedenken. Nehmt Euch die Zeit, um Botschaften der Hoffnung und Dankbarkeit mit ihnen zu teilen und miteinander, so wie Gott sie Euch in den Sinn bringt.
Auf der anderen Seite dieser Pandemie werden wir dann andere Menschen sein. Die Menschen werden sich danach sehnen, wieder so leben zu können wie es war, bevor Selbst-Entfernung und Isolation erforderlich waren. Es wird andere geben, die sich danach sehnen, neue Wege der Gemeinschaft zu beschreiten. Die Herausforderung für Leiter ist es, das Gleichgewicht zwischen Innovation und Nostalgie zu halten. Als Wegbereiter des Friedens Christi sind wir dazu aufgefordert, die Grenzen unserer Gemeinschaft zu ergründen und Orte für das Empfangen des Zeugnisses von Jesus Christus vorzubereiten.

Wie können wir Wege erkunden, um in unseren Versammlungen nicht einfach zu dem Gewohnten und Althergebrachten in unserer Anbetung und Gemeinschaft zurückzukehren?
Wie können wir diese Zeit nutzen, um kreativ zu sein? Auf welche Art und Weise schafft diese Zeit Raum für Metamorphose und dafür, die tieferen Fragen des Lebens stellen, die die wichtigsten sind?
Ich trage Euch jeden Tag im Gebet. Ich gedenke Eurem Dienst, Euren Familien und der Orte, an denen Ihr dient in meinen Gebeten. Während Ihr Euch um Eure eigenen Familien kümmert, weiß ich, kümmert Ihr Euch auch in pastoralem Dienst um Eure Gemeinden und Euer Umfeld. Ich danke Euch dafür, dass Ihr in herausfordernden Zeiten und in Zeiten der Freude Euren Dienst verrichtet. Ich bin an diese Schriftstelle erinnert und teile sie mit Euch in Erinnerung an Gottes unerschütterliche Liebe.

Erinnere dich an die schönen Worte Jesajas 43:

„Hab keine Angst, Israel, denn ich habe dich erlöst!
Ich habe dich bei deinem Namen gerufen, du gehörst zu mir.
Wenn du durch tiefes Wasser oder reißende Ströme gehen musst
– ich bin bei dir, du wirst nicht ertrinken.
Und wenn du ins Feuer gerätst, bleibst du unversehrt.
Keine Flamme wird dich verbrennen.
Denn ich, der Herr, bin dein Gott, der heilige Gott Israels.
Ich bin dein Retter.“

Möget Ihr mit einer Fülle der Hoffnung auf eine sich noch entfaltende Zukunft gesegnet sein. Ich wünsche Euch, dass Gottes Segen weiterhin mit Euch sei und alles gut werden wird.

Gnade und Frieden,

Larry McGuire

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