Osterfest, 21. April 2019

(aus den Andachtshilfen)

Osteransprache, 21. April 2019

 

Johannes 20:1-29 (EÜ 2016)

1 Am ersten Tag der Woche kam Maria von Magdala frühmorgens, als es noch dunkel war, zum Grab und sah, dass der Stein vom Grab weggenommen war.

2 Da lief sie schnell zu Simon Petrus und dem anderen Jünger, den Jesus liebte, und sagte zu ihnen: Sie haben den Herrn aus dem Grab weggenommen und wir wissen nicht, wohin sie ihn gelegt haben.

3 Da gingen Petrus und der andere Jünger hinaus und kamen zum Grab;

4 sie liefen beide zusammen, aber weil der andere Jünger schneller war als Petrus, kam er als Erster ans Grab.

5 Er beugte sich vor und sah die Leinenbinden liegen, ging jedoch nicht hinein.

6 Da kam auch Simon Petrus, der ihm gefolgt war, und ging in das Grab hinein. Er sah die Leinenbinden liegen

7 und das Schweißtuch, das auf dem Haupt Jesu gelegen hatte; es lag aber nicht bei den Leinenbinden, sondern zusammengebunden daneben an einer besonderen Stelle.

8 Da ging auch der andere Jünger, der als Erster an das Grab gekommen war, hinein; er sah und glaubte.

9 Denn sie hatten noch nicht die Schrift verstanden, dass er von den Toten auferstehen müsse.

10 Dann kehrten die Jünger wieder nach Hause zurück.

 

Die Erscheinung Jesu vor Maria von Magdala

11 Maria aber stand draußen vor dem Grab und weinte. Während sie weinte, beugte sie sich in die Grabkammer hinein.

12 Da sah sie zwei Engel in weißen Gewändern sitzen, den einen dort, wo der Kopf, den anderen dort, wo die Füße des Leichnams Jesu gelegen hatten.

13 Diese sagten zu ihr: Frau, warum weinst du? Sie antwortete ihnen: Sie haben meinen Herrn weggenommen und ich weiß nicht, wohin sie ihn gelegt haben.

14 Als sie das gesagt hatte, wandte sie sich um und sah Jesus dastehen, wusste aber nicht, dass es Jesus war.

15 Jesus sagte zu ihr: Frau, warum weinst du? Wen suchst du? Sie meinte, es sei der Gärtner, und sagte zu ihm: Herr, wenn du ihn weggebracht hast, sag mir, wohin du ihn gelegt hast! Dann will ich ihn holen.

16 Jesus sagte zu ihr: Maria! Da wandte sie sich um und sagte auf Hebräisch zu ihm: Rabbuni!, das heißt: Meister.

17 Jesus sagte zu ihr: Halte mich nicht fest; denn ich bin noch nicht zum Vater hinaufgegangen. Geh aber zu meinen Brüdern und sag ihnen: Ich gehe hinauf zu meinem Vater und eurem Vater, zu meinem Gott und eurem Gott.

18 Maria von Magdala kam zu den Jüngern und verkündete ihnen: Ich habe den Herrn gesehen. Und sie berichtete, was er ihr gesagt hatte.

 

Die Erscheinung Jesu vor allen Jüngern am Osterabend

19 Am Abend dieses ersten Tages der Woche, als die Jünger aus Furcht vor den Juden bei verschlossenen Türen beisammen waren, kam Jesus, trat in ihre Mitte und sagte zu ihnen: Friede sei mit euch!

20 Nach diesen Worten zeigte er ihnen seine Hände und seine Seite. Da freuten sich die Jünger, als sie den Herrn sahen.

21 Jesus sagte noch einmal zu ihnen: Friede sei mit euch! Wie mich der Vater gesandt hat, so sende ich euch.

22 Nachdem er das gesagt hatte, hauchte er sie an und sagte zu ihnen: Empfangt den Heiligen Geist!

23 Denen ihr die Sünden erlasst, denen sind sie erlassen; denen ihr sie behaltet, sind sie behalten.

 

Eine weitere Erscheinung Jesu und der Glaube des Thomas

24 Thomas, der Didymus genannt wurde, einer der Zwölf, war nicht bei ihnen, als Jesus kam.

25 Die anderen Jünger sagten zu ihm: Wir haben den Herrn gesehen. Er entgegnete ihnen: Wenn ich nicht das Mal der Nägel an seinen Händen sehe und wenn ich meinen Finger nicht in das Mal der Nägel und meine Hand nicht in seine Seite lege, glaube ich nicht.

26 Acht Tage darauf waren seine Jünger wieder drinnen versammelt und Thomas war dabei. Da kam Jesus bei verschlossenen Türen, trat in ihre Mitte und sagte: Friede sei mit euch!

27 Dann sagte er zu Thomas: Streck deinen Finger hierher aus und sieh meine Hände! Streck deine Hand aus und leg sie in meine Seite und sei nicht ungläubig, sondern gläubig!

28 Thomas antwortete und sagte zu ihm: Mein Herr und mein Gott!

29 Jesus sagte zu ihm: Weil du mich gesehen hast, glaubst du. Selig sind, die nicht sehen und doch glauben. 

 

Erforschung der Schrift JOHANNES 20:1–18

Das Evangelium des Johannes stellt Jesus als den auferstandenen Herrn, den Messias und Sohn Gottes dar; als einen, an den wir glauben sollten. Die Darstellung der Auferstehung ist der Höhepunkt dieser Glaubensaussage und für Johannes der endgültige Beweis für Jesu Identität. Die Schriften erzählen von zwei unterschiedlichen Traditionen der Bezeugung der Auferstehung:

Die eine ist das leere Grab;

die andere ist das Zeugnis des lebendigen Christi.

Manche sahen nur das leere Grab. Andere konnten nie das Grab bezeugen, erfuhren aber den auferstandenen Christus. Das Johannesevangelium berichtet, dass Maria Magdalena beides gesehen hat. Es war nicht das leere Grab, welches ihre Glaubensüberzeugung gewann, sondern die Stimme ihres Lehrers.

In der Darstellung des Ostermorgens von Johannes kommen verschiedene Menschen auf verschiedenen Wegen zum Glauben:

Der geliebte Jünger schaute in das leere Grab und glaubte sofort daran. Was war sein Verständnis, als er das leere Grab sah? Was glaubte er? Johannes gibt uns keine Antwort und sagt lediglich, dass der Glaube das Resultat war.

Peter sah das leere Grab und das leere Leichentuch, wo der Körper gewesen war. Aber, nicht wie der geliebte Jünger, kehrt Peter ohne Glauben und Verständnis heim.

Maria Magdalena sah das leere Grab, verstand aber nur, dass der Körper fort war. Gestohlen? Woanders hingebracht? Das leere Grab erweckte in ihr nicht den Glauben an die Auferstehung. Sie sah zwei Botschafter Gottes in der Grabstätte, die sie nicht zu Glauben brachten. Sie erlebte den auferstandenen Christus, hielt ihn jedoch für den Gärtner. Ihre Augen wurden erst geöffnet, als er sie beim Namen nannte, welcher eine bekannte Beziehung voller Liebe und Schätzung wieder hervorrief. „Meine Schafe erkennen meine Stimme; ich kenne sie…” (Johannes 10:27).

Das lebendige Wort und das eine Wort, ihr Name, brachte Maria zum Glauben und zur Freude.

Ab diesem Punkt ist Beziehung das Kernthema der Geschichte. Mit einem überraschenden Umgang der Worte, fasst Johannes in Vers 17 und 18 eine Umgestaltung von Beziehungen zusammen.

Jesus sagt Maria, dass sie sich nicht an ihm festhalten soll. Das Wort berühren beschreibt im Griechischen „sich an jemanden hängen“, also im Wesentlichen, anhänglich zu sein. Es könnte bedeuten: „Umarme mich nicht“; „Sei nicht so anhänglich“; „Sei nicht von mir abhängig“; oder „Erwarte nicht, dass sich in dieser Beziehung das alte Vergangene andauernd wiederholt.“ Die Auferstehung hat die alte Beziehung in etwas Neues umgeformt.

„Ich steige auf… zu meinem und deinem Gott.“ Die Beziehung mit Gott muss Priorität einnehmen, im Tod und der Auferstehung, wie es auch zu Lebzeiten der Fall war. Aber zusätzlich meinte Jesus, dass seine Jünger dieselbe Beziehung zu Gott genießen könnten, wie er es tat. Die Jünger, als Jesus Brüder, konnten Gott als Vater sehen, in einer neuen vollkommenen Beziehung.

Jesus schickt Maria los, es den Jüngern zu berichten. Trotz Betrug, Verleugnung, der Flucht aus Angst und der mangelnden Unterstützung, waren die Jünger immer noch Jesu Jünger. Er nahm sie in Anspruch. Seine Beziehung zu ihnen war stärker denn je.

Marias Beziehung gegenüber Zeit veränderte sich. Sie hatte sich auf das konzentriert, was vergangen und verloren war. Jesus aber weist sie auf die Zukunft hin und auf das, was sein könnte. Als sie zu den Jüngern eilt, um ihnen zu erzählen, was sie gesehen hatte, wurde sie zum „Apostel der Apostel“.

Jene, die die Auferstehung tatsächlich bezeugen konnten, schwiegen nicht. Sie waren transformiert worden.

Aus ihrer Bezeugung entstand eine Bewegung, die wuchs und die die Welt veränderte. Nachfolger erlebten den Lebendigen Christus weiterhin auf verschiedene Art und Weise durch die Jahrhunderte hindurch. Sie teilen mit, dass Zeugnisse immer noch einen Unterschied in der Welt machen und neues Leben bringen.

Aus diesem Grunde ist die Auferstehung kein einmaliges Erlebnis, welches geschah und nun aber vorbei ist. Sie geschieht täglich, wodurch Menschen Gottes Gnade, Liebe und neues Leben durch Jesus Christus erfahren.

Nimmst Du dieses neue Leben an?

 

Zentrale Gedanken

  1. Viele, die an das leere Grab kamen, waren von dem, was sie sahen, nicht vom Glauben überzeugt. Der Glaube nimmt unterschiedliche Wege, wobei es aber oft Beziehungen sind, die uns ansprechen und das Heilige erfahren lassen.
  2. Den auferstandenen Christus zu erleben ist eine transformelle Erfahrung, die Beziehungen wandelt und uns der Zukunft verweist, welche uns zu Christi Mission aufruft.
  3. Jeder kann täglich Auferstehung erfahren, wenn er oder sie in Gottes Gnade und Liebe lebt.

 

Fragen zur Betrachtung

  1. Wann hast du den lebendigen Christus erfahren? Was hat dich vom Glauben überzeugt?
  2. Hat Gott dich beim Namen gerufen? Wie hast du das erlebt? Wie hat es deine Beziehung zu Gott und gegenüber anderen beeinflusst und verändert?
  3. An welchem Punkt oder auf welche Art und Weise hat sich dein Glaube zu Mission erweitert?
  4. Wie hat deine Gemeinde Auferstehung erfahren und neues Leben betreten und wie ist dies in Mission übergegangen?

 

 

 

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