Westeuropäische Missionskonferenz beschließt Friedensresolution

Am Samstag, dem 31.03.2018 hat die Westeuropäische Missionskonferenz und eine Woche zuvor, die Missionskonferenz der Britischen Inseln den Vorschlag des Weltfriedenskorps zu einer Resolution über Gewaltlosigkeit bestätigt.
Die Resolution kann nun der Weltkonferenz 2019 zur Bestätigung vorgelegt werden.

Hintergrundinformation zum Antrag über Gewaltlosigkeit

Der Weltkonferenzbeschluss 1273 [2000] identifiziert die Gemeinschaft Christi als eine Friedenskirche und ermutigt uns, Wege für Heilung und „Restorative Justice“ (wiederherstellende Gerechtigkeit) zu finden. In diesem Zusammenhang werden in der heutigen christlichen Welt von den Kirchen aktive Schritte zur Wiederbelebung der Rolle der Gewaltfreiheit und des gerechten Friedens als zentrale Bestandteile unseres gemeinsamen Glaubens unternommen. Die Gemeinschaft Christi wurde im kürzlich der Lehre und Bündnisse hinzugefügten Abschnitt aufgefordert: „Und denkt immer daran, dass der Weg der leidenden Liebe, der zum Kreuz führt, auch zur Auferstehung un zu immerwährendem Leben in Christi ewiger Gemeinschaft von Einheit und Frieden führt.“

Im März 2017 wurde ein Friedensteam in der Europäischen Kirche gegründet und während des Gründungstreffens wurde die Idee dieses Antrags geboren und diskutiert. Dabei haben wir uns Fragen gestellt wie: „Welche Rolle sollte Gewaltfreiheit als integraler Bestandteil des Evangeliums Jesu Christi spielen und in unserem Verständnis, dass im Streben nach Frieden die Friedfertigkeit der Weg ist? Was bedeutet es, ein Volk des Tempels zu sein und eine Kirche, die Frieden in der Welt und für die Welt praktiziert? Was bedeutet der Weg der leidenden Liebe? Wie können wir diese in der heutigen Welt praktizieren?“

Mitglieder des Westeuropäischen und des Britischen Missionszentrums der Gemeinschaft Christi erinnern an die christlichen Kreuzzüge, die Kolonialgeschichte der Mutterländer und an den Nationalismus, der zu zwei Weltkriegen in den Jahren 1914-1918 und 1939-1945 geführt hat. Außerdem wird die Welt im Jahr 2018 Gedenkfeierlichkeiten zum Ende des Ersten Weltkrieges begehen. Wir glauben, dass existierende Weltkonferenzbeschlüsse (WKBs) den Weg für diese Überlegungen bereitet haben. Unter anderem WKB 1177 [1982] (…“wir, als Kirche, fördern den Frieden“ und „Wir, als Kirche, sind gegen alle Formen der zerstörerischen Gewalt, wie nationale und internationale Konflikte, Krieg, Vorenthaltung von Nahrungsmitteln, Terrorismus und psychische sowie körperliche Misshandlungen…“); WKB 1216 [1960] (…“in die Dienste des Tempels sollen auch kreative Initiativen für Frieden und Gerechtigkeit im Interesse der Armen und Unterdrückten der Welt aufgenommen werden, einschließlich Initiativen, die dazu geeignet sind, gewaltlose Bestrebungen von friedensliebenden Menschen für die Versöhnung von Unterdrückern und Unterdrückten zu ermöglichen“); und WKB 1227 [1992] (…“unsere Bemühungen verstärken, um die Ursachen von Gewalt, Krieg, Vorurteil, Diskriminierung, Gier, Hunger und Unterdrückung zu heilen“… „dass wir uns verpflichten… uns aktiv am Streben nach Frieden zu beteiligen, wie es uns Jesus Christus gelehrt hat.“).

Aus diesen Gründen und auch, weil die Weltkonferenz 2019 die 25 Jahre seit der Weihung des Tempels in Independence (Missouri) für das Streben nach Frieden, Versöhnung und Heilung des Geistes feiern wird, ist ein Antrag zu Gewaltfreiheit sowohl zeitgemäß als auch gerechtfertigt.

Dieser Antrag wir den Mitgliedern der Westeuropäischen und Britischen Missionszentren für gebetsvolle Überlegungen und Beiträge/Rückmeldungen unterbreitet.


Antrag zur Gewaltlosigkeit

In Erwägung, dass die Gemeinschaft Christi von den ersten Tagen ihres Bestehens an dazu ermahn worden ist, auf die Worte des Lebendigen Christus zu hören und erneut auf jene Stimme zu hören, die uns zum großen und wunderbaren Werk, dem Aufbau des Friedensreiches Gottes auf Erden, ja Zion beruft; und

in Erwägung, dass die Gemeinschaft Christi ein Logo hat, das durch Jesaja 11:1-10 inspiriert ist und das symbolisiert, dass Gewaltfreiheit für die At und Weise, wie wir den Frieden verstehen, von zentraler Bedeutung ist; und

in Erwägung, dass die Gemeinschaft Christi heute dazu aufgerufen ist, ein prophetisches Volk zu sein, das im Leben seiner Mitglieder die Dienste des Tempels durch das Streben nach Frieden, Versöhnung und Heilung des Geistes verkörpert; und

in Erwägung, dass die dauerhaften Grundsätze und Missionsinitiativen der Gemeinschaft Christi uns als Volk dazu berufen, den Frieden Christi mit der ganzen Schöpfung zu teilen und Gottes Liebe zu allen Geschöpfen zu verkörpern; und

In Erwägung, dass sich frühere Weltkonferenzbeschlüsse, wie WKB 1177, WKB 1216 und WKB 1227 dafür ausgesprochen haben, dass gewaltfreie Methoden genutzt werden, um Frieden herzustellen; und

in Erwägung, dass keine christlichen Schriften aus der Zeit zwischen 100 n. Chr. und 313 n. Chr. bekannt sind, die eine Beteiligung der Christen am Kriegsdienst billigen; und

in Erwägung, dass die neuere biblische Wissenschaft den Nachfolgern ein besseres VErständnis der gewaltfreien Mission und des gewaltfreien Lebens Jesu Christi vermittelt; und

in Erwägung, dass die Gründungsvision der Gemeinschaft Christi auf dem Friedensreich Gottes auf Erden fußte, einem gewaltfreien Zion mit wirtschaftlicher Gerechtigkeit für alle; und

in Erwägung, dass Gewalt eindeutig immer die Schwachen und Armen, die Verwundbaren und Ausgegrenzten unverhältnismäßig stark betrifft; sei es daher

 

beschlossen, dass die Gemeinschaft Christi alle Formen von Gewalt, einschließlich terroristischer Akte, Krieg und der finanziellen Unterstützung von Kriegen ablehnt und nach Christi Aufforderung handelt, Gewaltfreiheit zu üben und Ungerechtigkeiten entgegenzutreten; und sei es des Weiteren

beschlossen, dass die Gemeinschaft Christi die Auffassung ablehnt, dass Gewalt auf der Erde und Gewalt gegen die Erde voneinander getrennt behandelt werden können. Gleichzeitig wird unterstrichen, wie wichtig es ist, umweltbedingte Ursachen von Konflikten anzugehen; und sei es des Weiteren

beschlossen, dass der dauerhafte Grundsatz vom „Wert aller Personen“ die Kirche dazu aufruft, allen Ideologien der Gewalt und Ungerechtigkeit entgegenzutreten, einschließlich jener, die auf verschiedene Art und Weise durch Nationalismus, Populismus, Rassismus und Bigotterie zum Ausdruck kommen; und sei es des Weiteren

beschlossen, dass die Gemeinschaft Christi weiterhin Friedenserziehung und –ausbildung unterstützt und ihre Mitglieder einlädt, die Gewaltlosigkeit Christi durch lokale, globale, ökumenische und interreligiöse Aktionen für Gerechtigkeit und Frieden für alle zu verkörpern.

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